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Szene beim Fussball

Kreuzbandriss beim Sport: Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Der Kreuzbandriss gehört zu den häufigsten Verletzungen, die im Bereich des Sports auftreten. Es vergeht kaum ein Monat, in dem nicht mindestens ein bekannter Sportler aufgrund eines Kreuzbandrisses eine unfreiwillige Pause einlegen muss. Im Unterschied zu anderen Verletzungen ist es bei einem Riss des Kreuzbandes erforderlich, das Knie für mindestens drei Monate zu schonen – auch deshalb wird diese Sportverletzung mehr gefürchtet als jede andere.

Die Zahl der Sportler, die sich mit einem gerissenen Kreuzband an einen Facharzt wenden, hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Einer der Gründe hierfür dürfte darin liegen, dass die Anforderungen an Leistungssportler kontinuierlich steigen. Des Weiteren ist eine wachsende Beliebtheit von Freizeitsportarten zu beobachten, bei denen hohe Geschwindigkeiten erreicht werden (beispielsweise Carving-Skilaufen).

Muss bei einem Kreuzbandriss zwingend operiert werden?

Erfahrene Mediziner raten Sportlern und jungen Menschen fast immer zu einer Operation. Mit einem „Wackelgelenk“ ist die Wahrscheinlichkeit, einen Knorpelschaden zu erleiden, enorm hoch. Darüber hinaus kann es bei einem erneuten Zwischenfall zu weiteren Verletzungen am Meniskus und am Knorpel kommen. Lediglich bei alten Menschen, die bereits einen Knorpelschaden haben und keinen Sport treiben, kann von einer OP abgesehen werden.

Die am häufigsten angewendete Operationsmethode ist das Einsetzen einer Kreuzbandplastik. Bei diesem bewährten und risikoarmen Verfahren wird das Kreuzband durch ein Stück körpereigene Sehne, das beispielsweise aus der Semitendinosussehne oder der Patellasehne entnommen wird, ersetzt. Nach ungefähr sechs Wochen ist das eingefügte Sehnenstück fest mit dem Knochen verwachsen.

Wann ist der günstigste Zeitpunkt für eine OP?

Bevor eine Kreuzband-OP durchgeführt werden kann, muss das Knie abgeschwollen und schmerzfrei sein. Das Gelenk sollte wieder gebeugt und gestreckt werden können. Der Heilungsprozess kann durch eine physiotherapeutische Behandlung (z.B. Massagen oder Krankengymnastik) begünstigt werden. Im Regelfall dauert es zwei bis sechs Wochen, ehe das Knie bereit für eine OP ist.

Ein zu frühes Operieren kann zu Vernarbungen im Knie führen – deshalb ist es ratsam, zu warten, bis die erste Schwellung zurückgegangen ist. Notfalloperationen sind nur dann sinnvoll, wenn besondere Umstände (beispielsweise ein blockierter Meniskus) vorliegen. Hochleistungssportler werden mitunter wenige Tage nach einem Kreuzbandriss operiert – dies ist für den Normalbürger allerdings kein Massstab.


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