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AIDS: Der Verlauf der Schreckenskrankheit aus den 80er-Jahren

Das Virus HIV und seine daraus resultierende Krankheit AIDS war eine der gefürchtetsten und meistgehassten Krankheiten weltweit, denn sie sorgte für einen langsamen und sehr schmerzhaften Tod mit verschiedenen Stadien des Krankheitsverlaufs, die aber in der Regel immer mit dem Tod endeten. Doch mittlerweile hat sich bereits viel in der AIDS-Forschung getan, dennoch ist die Krankheit und der Virus im Körper immer noch ein enormes Risiko. Wie hat sich die Krankheit jedoch in den letzten Jahrzehnten auf die Gesellschaft ausgewirkt, für wie gefährlich wird sie von den Menschen gehalten? Wir haben die wichtigsten Unterschiede zu der Krankheit in den 80er-Jahren und im Jahre 2015 in Europa aber auch global analysiert.

Soziale Ächtung

HIV hat sich anfangs in Europa hauptsächlich im Homosexuellenmilieu entwickelt, und wurde erst einiges später auch bei Heterosexuellen als potenzielle Gefahr anerkannt. Auch viele Drogensüchtige infizierten sich durch bereits benutzte Spritzen und Nadeln, die das HIV-Virus enthielten. Abgesehen davon wird die Infizierung von HIV oft mit einem promiskuitiven Lebensstil gleichgesetzt, in dem ungeschützter Geschlechtsverkehr an der Tagesordnung steht.
Mittlerweile hat sich diese Einschätzung vieler Leute allerdings aufgehoben, weil erkannt wird, dass HIV auch bei langfristigen Partnerschaften weitergegeben werden kann und nicht nur ein One-Night-Stand-Phänomen ist. Gleichzeitig schafften auch viele Stars wie zum Beispiel Freddie Mercury ein Umdenken durch öffentliche Bekanntgabe ihrer Krankheit. Aber auch viele heterosexuelle Prominente bekannten sich zu einer Ansteckung, so zum Beispiel Anthony Perkins.

Ausbruch des Virus zunehmend leichter zu verhindern

Das HIV-Virus bedeutete früher ein eingeschränktes Leben auf Zeit, das ziemlich bald nach Ausbruch der Immunschwächekrankheit durch den HIV-Keim beendet wird. Mittlerweile hat sich das dank jahrzehntelanger Forschung und grossem Aufwand geändert. So ist beispielsweise das Virus mittlerweile effektiv unterdrückbar, die Krankheit kann oft vor dem Ausbrechen gehindert werden. Gleichzeitig kann der Krankheitsverlauf durch Medikamente stark verlangsamt werden, was dem Patienten eine längere Lebensdauer und mehr Lebensqualität bringt.

Weltweit immer noch ein sehr starkes Problem

Während in Europa und in den Vereinigten Staaten die Behandlungsmöglichkeiten für HIV-Kranke immer besser und ausgeklügelter werden, bleiben weniger Privilegierte auf der Strecke. Das gilt zwar auch für die weniger begüterten Schichten in den USA und Europa, trifft aber trotzdem vor allem Dritte-Welt-Länder besonders hart. Besonders südlich von der Sahara grassiert die Immunschwächekrankheit immer noch in einer unvorstellbaren Grössenordnung. So kam es allein 2007 in der Subsahara zu über 2 Millionen Todesfälle durch das AIDS-Virus.
Die notwendige Medizin und benötigte Tabletten und Medikamente sind nicht in Reichweite, oder für die oftmals in Slums lebende Bevölkerung unerschwinglich. Nebenbei ist Verhütung fast unbekannt, Kondome werden oft aus Geldgründen nicht gekauft. Abgesehen davon gibt es in diesen Regionen viel zu wenig Wissen über Geschlechtsverkehr und Verhütung im Allgemeinen, so denken viele, dass Duschen nach dem Sex vor einer möglichen HIV-Erkrankung schützt, oder beispielsweise das Tragen eines spirituellen Amuletts. Trotz Kampagnen diverser NGOs und der Weltgesundheitsorganisation bleiben Mythen und Halbwahrheiten in den Köpfen der Menschen verankert wodurch sich das Virus so oft unbemerkt weiterverbreiten kann.

Wieder mehr HIV-Infektionen in Europa

Die grossen Fortschritte im Kampf gegen die Auswirkungen des HIV-Virus haben offenbar aber nicht nur gute Auswirkungen auf die Gesellschaft. So scheinen viele Menschen, besonders in jungen Jahren, die Krankheit zu unterschätzen und achten nicht mehr auf angemessene Verhütung oder auf einen Test bezüglich Geschlechtskrankheiten. Deswegen stieg die Zahl der Neuinfektionen des HIV-Virus von 2011 auf 2012 um 15 Prozent, insgesamt leben ganze 20 000 HIV-Infizierte in der Schweiz.

Fazit

HIV und AIDS sind auch noch im 21. Jahrhundert nicht zu unterschätzende Gefahrenquellen, die so gut wie möglich bekämpft werden müssen. Trotz modernster Medizin ist eine Erkrankung sehr unangenehm und führt zu einer niedrigeren Lebenserwartung. Gerade deshalb zahlt es sich aus, auf Verhütung Wert zu legen und in Sachen Risiko bei der Ansteckung keine Kompromisse zu machen.


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